13.10.2022 - LVR

Radpolo: Reideburg gewinnt DM – Lostau steigt in Bundesliga auf

Kristin Nadpor und Kristin Hesselbarth haben Hallenradsport-Geschichte geschrieben. Das Radpolo-Duo des Reideburger SV gewann bei den deutschen Meisterschaften in Mainz als erstes Team Sachsen-Anhalts – ja sogar Ostdeutschlands – den DM-Titel der Frauen. Vor ausverkauften Rängen setzten sich Nadpor/Hesselbarth im Finalspiel gegen den Titelverteidiger RSV Frellstedt mit 5:3 durch. Reideburg wurde in den 1970er und 80er-Jahren fünfmal DDR-Meister – nun steht der erste bundesdeutsche Titel im Buch.

Nach zweimal Silber (2015 und 2019) sowie einmal Rang drei (2018) und Platz vier (2016) wollten die amtierenden Bundesliga-Siegerinnen im fünften gemeinsamen Anlauf endlich das Meistertrikot einfahren und ihren DM-Medaillensatz mit Gold komplettieren.

Aber die Vorzeichen waren für die aktuellen Bundesliga-Siegerinnen alles andere als gut. Im Vorfeld hatte das Team mit Krankheit und Trainingsausfall zu kämpfen. Und so starteten die Favoritinnen holprig in die Vorrunde, gaben gegen das später letztplatzierte Team aus Jänkendorf (Sachsen) mit 6:6 zwei Zähler ab und kamen auch gegen die DM-Dritten Darmstadt nicht über ein 4:4 hinaus.

Es folgte ein 4:3 gegen Ginsheim (Hessen), ehe es im abschließenden Spitzenspiel gegen Titelverteidiger Frellstedt (Niedersachsen) zu einer klaren Ansage kam: „Wenn wir Meisterinnen werden wollen, müssen wir das Spiel gewinnen“, so das Trainerteam Volker Hesselbarth und Stefanie Hedler. Mit einem 5:2 sicherten sich Nadpor/Hesselbarth als Zweitplatzierte zusammen mit Frellstedt den Finaleinzug. Im Endspiel ging es dann wieder lange hin und her. Letztlich setzten sich Nadpor/Hesselbarth erneut mit 5:3 durch.

Für Sachsen-Anhalt ist es in dieser Saison bereits das dritte DM-Gold im Radpolo. Im Frühjahr hatten die U15- und U19-Mädchen des RC Lostau beide DM-Titel sowie eine Bronzemedaille im Nachwuchs gewonnen. Somit gingen 2022 alle drei möglichen Meisterschaften nach Sachsen-Anhalt.

Lostau reicht mit Ersatz Rang drei zum Aufstieg

Ebenfalls spannendend machte es am Tag zuvor die Zweitliga-Meisterin Alina Wittig mit Ersatzspielerin Feophania Taubman, die für Stammspielerin Lea Lubisch antrat. In der Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga mit den sechs besten Zweitligateams reichte dem Duo vom RC All-Heil Lostau am Ende der dritte Rang zum angestrebten Aufstieg ins Oberhaus.

Lostau ist somit künftig neben Reideburg I sowie II und Tollwitz die vierte Mannschaft in der höchsten deutsche Spielklasse und rundete mit dem Aufstieg das erfolgreichste Jahr der Radpolo-Geschichte Sachsen-Anhalts ab.

 Quelle: radsport-sah.de